„Nordwestlich, 1 ½ Meilen von der alten Wendenhauptstadt Bautzen entfernt, wo die unermessliche Ebene beginnt, welche als die Norddeutsche Tiefebene bezeichnet wird, liegt am Schwarzwasser, umgeben von bewaldeten Höhen, fruchtbaren Feldern, duftenden Wiesen und schimmernden Teichen, der freundliche Ort Neschwitz.“ Um zu prüfen, ob diese Worte aus einer alten Chronik noch heute zutreffen, muss man sich selbst auf den Weg nach Neschwitz begeben. Neschwitz ist reich an guten Traditionen und hat glanzvolle Zeiten erlebt. Zeugnis davon geben das Barockschloss und der herrliche Park, die dank unermüdlicher Sanierung und Pflege durch die Gemeinde Neschwitz und ihre Bürger noch immer einen Eindruck ihrer Pracht und einstigen Bedeutung vermitteln. In einer Urkunde, die 1268 die Grenzen des Bautzener und des Görlitzer Landes regelte, wird auch die Herrschaft Nyzwaz genannt. Das ist die erste urkundliche Erwähnung. Im 16. Jahrhundert erhielt Neschwitz seinen heutigen deutschen Namen. Die Neschwitzer Kirche wurde als eine Tochterkirche von Göda, dem ältesten christlichen Mittelpunkt des Wendenlandes, 1324 erstmals genannt. Neschwitz war ein geistig-kulturelles Zentrum der Sorben, wo schon vor 1909 regelmäßig sorbische Feste und Kulturabende stattfanden.
Die Gemeinde Neschwitz ist eine deutsch-sorbische Gemeinde im Herzen der Oberlausitz, zwölf Kilometer von Bautzen in Richtung Nordwesten entfernt. Mit ihren 17 Dörfern (sorbische Schreibweise): Caßlau (Koslow), Doberschütz(Dobrošicy), Holscha (Holešow), Holschdubrau (Holešowska Dubrawka), Kleinholscha (Mały Helešow), Krinitz (Króńca), Lissahora (Liša Hora), Loga (Łahow), Lomske (Łomsk), Luga (Łuh), Neschwitz (Njeswačidło), Neudorf (Nowa Wjes), Pannewitz (Banecy), Saritsch (Zarĕč), Übigau (Wbohow), Weidlitz (Wutołčicy) und Zescha(Šešow), innerhalb einer Fläche von 46 Quadratkilometer, ist sie Heimat für über 2.317 (Stand 31.12.2025) Einwohner. Die Einwohner der Dörfer der jetzigen Gemeinde Neschwitz waren Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend Sorben, zumeist der sorbisch-evangelischen Trachten- und Kulturregionen des Bautzener Landes zugehörig. Nur in Caßlau, Doberschütz, Pannewitz und Weidlitz wohnten vorwiegend katholische Sorben. Die Zugehörigkeit zu zwei sorbischen Kulturkreisen nach den beiden Konfessionen besteht bis jetzt, wobei der katholische Anteil heute überwiegt. Durch die Verwaltungsgemeinschaft mit der Nachbargemeinde Puschwitz werden von Neschwitz aus zwei Kommunen verwaltet.